„Manifestation in Abhängigkeit von Zuständen“

vs „Ursache und Wirkung“

Die meisten Zirkel der „modernen“ Wissenschaftsgesellschaft tragen zu einer mechanischen Weltanschauung bei, obwohl sie etwas anderes behaupten. Obwohl in den letzten hundert Jahren Physikforscher gezeigt haben, dass Newtons mechanisches Weltbild eine grobe Abstraktion des tatsächlichen Prozesses ist, der nur unter sehr präzisen und begrenzten Bedingungen funktioniert, benutzen die meisten – Wissenschaftler eingeschlossen – das mechanistische „Ursache-und-Wirkung“-Paradigma in fast allen Situationen, denen sie begegnen und verbannen die Behauptungen von beispielsweise Planck, Einstein, Hilbert und Heisenberg zu den mehr esoterischen Fragen und zu Sciencefiction-Geschichten.

Diese mechanistische Weltanschauung wird am sichtbarsten in den medizinischen und politischen „Wissenschaften“: ein nicht optimaler Zustand wird mit einer einzigen und abstrakten Ursache assoziiert.

Es gibt natürlich in einigen Fällen verborgene Pläne, die erkannt werden können, wenn die angenommene einzelne, abstrakte Ursache in Form einer Verallgemeinerung genannt wird, die eine Pseudolösung vorschlägt, wie „zu viele Kinder werden getötet, weil es zu viele Revolver auf den Straßen gibt“, oder „diese Krankheit wurde durch einen Mangel an Hemo-x-beta-y-Globulin verursacht (welches glücklicherweise heute als nicht verschreibungspflichtige Droge landesweit erhältlich ist)“.

Jedoch ist das Vorherrschen von mechanistischen Gesichtspunkten in der wissenschaftlichen Welt auf viel mehr Gebieten sichtbar. Es ist nicht einfach ein „wissenschaftlicher“ Streitpunkt. Es ist tief verwurzelt im Geist der Forscher selbst.

Da das Überwinden dieser mechanistischen Weltsicht von allergrößter Bedeutung für jedes menschliche Wesen ist, hat Gotamo einen beträchtlichen Teil seines Lehrens diesem Phänomen gewidmet.

Er nannte es „Manifestation in Abhängigkeit von Zuständen“ und postulierte, dass das Verstehen dieses Phänomens eine Voraussetzung für das Verständnis der grundlegenden Naturgesetze an sich ist. Es ist das Grundthema der zweiten seiner vier „edlen“ Wahrheiten: Das Entstehen von „Dukkha“.

Ein Beispiel von vielen, das er als Illustration für dieses Prinzip benutzte, ist ein Synonym für östliche Religionen in der westlichen Hemisphäre geworden: Nibbaana (Sanskrit: nirvaana). Wenige Konzepte sind so stark missverstanden oder falsch interpretiert worden. Interessanterweise haben die meisten „Buddhisten“ sogar aufgehört, davon zu sprechen. Die meisten von ihnen verbannen es in eine entfernte Zukunft oder sehen es als eine unerreichbare Fähigkeit, die einigen wenigen „Heiligen“ vorbehalten und jenseits der Reichweite einen gewöhnlichen Menschen ist. All das ist natürlich eine grobe Verletzung von Gotamos Ruf: „Hier und jetzt!“ für „jeden, der sehen möchte“.

Sein Beispiel ist ein brennendes Feuer – wie es beginnt, wie es zu brennen aufhört (Nirvaana heißt wörtlich das „Auslöschen“ eines Feuers), und was getan werden kann, um Letzteres zu erreichen – der „Pfad“, die „Brücke“ oder „Technologie“, das zu erreichen.

Dies ist eine eindeutige Illustration für seine vier „edlen Wahrheiten“.

Ein „Ursache-und-Wirkung“-Gesichtspunkt würde ein Feuer einem einzigen Element zuschreiben, das seinem Erscheinen vorangeht – typischerweise ein „Funke“ oder eine Person, die es „verursacht“.

Das ist eine unrichtige Vereinfachung und gewöhnlich nicht hilfreich, den komplexeren Prozess zu verstehen, der stattfindet, wenn ein Feuer sich selbst manifestiert. Eine verständlichere Sichtweise ist, dass ein Feuer das Vorhandensein von Sauerstoff erfordert, ein Material, auf das es reagieren kann und dann einen Weg, das Feuer zu entfachen. Für den gewöhnlichen amerikanischen BBQ-Partyfan ist das natürlich kein Problem. Schließlich gibt es einen „Sofort-Anzünder“ und jemand auf der Party hat sicherlich ein Feuerzeug.

Ein Feuerzeug zu benutzen bedeutet jedoch Feuer mit Feuer anzuzünden und ist eine Art Inkarnationsprozess. Ein Feuer ganz von Anfang an zu entfachen ist normalerweise eine gut gehütete geheime Kunst des einsamen Cowboys.

Jedenfalls dient das Beispiel als Demonstration, dass ein Feuer nur unter bestimmten Bedingungen entstehen kann, die in einer bestimmten Kombination vorhanden sein müssen.

Es ist die Struktur des Arrangierens der Elemente (die letztendlich auch Strukturen in sich selbst sind), die den Prozess möglich machen.

Nur eine der Bedingungen als „Ursache“ für das Feuer herauszulösen ist eine unrichtige Identifikation, und ein kleiner Regenschauer auf das Barbecue kann die Party verderben – anscheinend der Beweis, dass die „Ursache“ „falsch“ ist.

Das Ziel von Gotamo und modernen Philosophen ist, wie ein existierendes Feuer ausgelöscht werden kann. Auf den ersten Blick scheint es einen bedeutsamen Unterschied in der endgültigen Bewertung zu geben. Während Gotamo annimmt, dass jemand, der vollkommen aufgewacht ist, nie mehr in dieses Universum zurückkehren wird, schlagen moderne Denker in einigen Fällen vor, das „Spiel“ fortzusetzen.

Der Unterschied löst sich teilweise auf, wenn das grundlegende Ziel als „totale Wahl“ für ein Wesen angesehen wird. Dann liegt es am Wesen, was es als „nächstes tut“.

Für den „Weg“ nach dort schlug Gotamo eine Matrix-Methode vor, die aus acht Elementen bestand, während zeitgenössische Methoden eine lineare Strategie („Brücke“) postulieren. Die Paradigmen sind unterschiedlicher als sie zunächst erscheinen mögen.

Die „Brücken“-Methode postuliert eine leiterartige Struktur, die eine Person befähigt, jeweils einen Schritt (oder „Grad“) nach oben zu klettern und behauptet in einigen Fällen, dass es unmöglich ist, von dort herunterzufallen.

Die Matrix-Methode kann verglichen werden mit dem Besteigen des höchsten Punktes einer Bergkette, wobei es nötig sein kann, einige Täler zu überqueren – anscheinend vorübergehend wieder nach „unten“ gehend, wenn nötig. Anstelle von „Graden“ werden Orientierungspunkte benutzt, um die Richtigkeit der Methode zu bestätigen.

Beide Methoden benutzen eine ganze Reihe von Techniken, um in höhere Bereiche zu kommen. Das Erforschen dieser Techniken, ob in eine lineare oder matrixartige Struktur eingebettet, ist das ausdrückliche Ziel dieses Buchs.

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Warnung:

Während des Prozesses, dieses zu erforschen, mag es ab und zu erscheinen, das eine einzige Ursache postuliert wird, anstelle eines strukturierten Zustands. Dieses kann leicht geschehen, weil die Kapitel dieses Buchs sehr kurz gehalten wurden. Erklärungen zu einfachen Grundformulierungen zurechtzustutzen hat unangenehme Nebeneffekte wie diese hier. Der Leser sollte natürlich jedes Vorkommen von einfachen, isolierten Ursachen für sich selbst korrigieren.