441. Das Buddha-Paradox

 

 

Das Kapitel „14. Das Paradox über ‚Erwachen’ zu sprechen“ hat seine Begründung in einem noch grundlegenderen Paradox.

 

Es ist natürlich nicht sicher, dass Gotamo sich auf dieses Paradox bezogen hat und noch ein anderes meinte. Das Paradox selbst berechtigt trotzdem, es den Namen ‚Buddha-Paradox’ zu geben. Es basiert auf einem Unendlichkeitsproblem; und Gotamo wies ausdrücklich darauf hin, über Probleme dieser Art nicht ‚zuviel nachzudenken zu versuchen’. (Einige der Gründe werden im Kapitel ‚Unendlichkeits-Probleme’ behandelt.)

 

Es besteht die Notwendigkeit, sich über dieses Paradox bewusst zu sein, weil sich mehrere Sciencefiction-Schreiber darauf beziehen und es auch die Ursache für Verwirrung sein kann, wie das auch bei einigen Entwicklern neuer (mentaler) Techniken der Fall ist.

 

Das Paradox kann folgendermaßen zusammengefasst werden:

 

·        Bevor sich ein Wesen von diesem Universum zurückziehen kann, muss es jede Verbindung damit aufgelöst haben (was mit dem Erreichen vollkommener Ganzheit gleichzusetzen ist).

·        Da das ‚Universum als eine Struktur’ ein gültiger begreifender Gesichtspunkt ist, muss dieses Zurückziehen alle Auswirkungen mit einschließen – selbst jene Auswirkungen, die ‚rohe’ Strukturen sind, wie ‚Ideen, die niemals realisiert wurden’.

·        Da Zeit  eine Illusion ist, muss ein vollkommenes Zurückziehen an allen Punkten der Zeitlinien-Illusion stattfinden, einschließlich aller Vergangenheiten und allem Zukünftigem.

 

Sobald dieses Zurückziehen jedoch geschieht hinterlässt das Wesen überhaupt keine Spuren – nicht mal in der ‚Vergangenheit’. Für einen gleichzeitigen Beobachter – Realität ändert sich, ohne dass dies wahrgenommen wird.

 

In anderen Worten: Außer für den unerklärlichen Fall eines ‚sammasa.mbuddho’ kann man unmöglich von irgendeinem ‚Erwachten Wesen’ etwas ‚wissen’ – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – , weil es im selben ‚Augenblick’ des vollkommenen ‚Erwachens’ nicht mehr Teil der Realität ist.