Triaden und axiomatische Systeme

 

 

In dem Kapitel „Das furchtbare Dreieck: Nicht-Konfrontieren, Hoffnung und Furcht“ an anderer Stelle wurde eine Grundtriade in Form eines Dreiecks präsentiert:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Vektoren im „Furchtbaren Dreieck“ ergeben ein selbst-verstärkendes System und in diesem Fall ein „expandierendes“ Dreieck. Dieses Dreieck basiert auf Beobachtung. Es gibt unzählige andere „Dreiecke“ oder „Triaden“, die beobachtet werden können.

 

Für den Augenblick lasst uns die Variationen des Furcht/Hoffnung/Nicht-konfrontieren-Dreiecks ansehen:

 

                 I                                             S                                              M

 

Nicht-konfrontieren          Furcht                                         Hoffnung

Konfrontieren                   Wissen                                         Aktion

Affinität                            Realität                                        Kommunikation

Anhaftung                       Nicht-Wissen (avijja)                  Durst (tanha)

Verantwortung               Wissen                                         Kontrolle                         

     

Triaden können auch in allen Zweigen der Physik und Biologie beobachtet werden. Darum erhebt sich die Frage, ob diese Triaden musterorientierte Manifestationen von noch grundlegenderen „Gesetzen über Gesetze“ bilden.  „Musterorientierte Manifestation“ bedeutet hier eine Regel, die entsprechend einer zugrundeliegenden allgemeineren Regel aufgestellt wurde.

 

Das grundlegendste Reihe von Regeln wird oft ein „axiomatisches System“ genannt. Solch ein System (eine Reihe von Regeln) kann, per Definition, zu einem System mit weniger Regeln reduziert werden. Das bedeutet unter anderem, dass seine Elemente nicht in weniger einschränkenden Worten beschrieben werden können, und was am wichtigsten ist, kein „Beweis“ kann erbracht werden, dass das System der Wahrheit entspricht, weil die Aufzählung von Beispielen eines axiomatischen Systems eine endlose Aufgabe wäre, ein klassisches Unendlichkeitsproblem.

 

Ein axiomatisches System kann als unkorrekt „bewiesen“ werden, wenn mindestens ein Beispiel von Regeln gefunden werden kann, das den Regeln des axiomatischen Systems nicht entspricht.

 

Eins der frühesten Anrechte auf die Entdeckung eines „Basis-Systems“ kann dem chinesischen „I-Ging“ zugeschrieben werden.  Es wird oft angenommen, dass das I-Ging ein „binäres System“ beschreibt, was in einem sehr begrenzten Maß natürlich korrekt ist. Wenn man jedoch die Struktur der Formulierung von Regeln im Text des I-Ging ansieht, wird sofort klar, dass sie beim Etablieren von Regeln in Wirklichkeit Triaden beschreibt.

 

Ein anderes sehr altes System ist die indische „Guna“-Theorie. Während das I-Ging-System seine triadische Struktur nicht „erklärt“, ist die „Guna“-Theorie klarer, aber immer noch verschwommener und nicht allgemein bekannt und/oder akzeptiert.

 

In der westlichen Hemisphäre sind Triaden von mehreren Philosophen postuliert worden, besonders von Hegel. Ironischerweise sind seine Triaden – wie dies auch der Fall mit dem I-Ging ist – generell als „dualistisches“ System bekannt – der „dialektische Prozess“, der später seinen Weg durch die Theorien von Feuerbach, Marx, Engels et alii seinen Weg in die Politik fand.

 

Die prägnanteste Beschreibung kam jedoch von einem deutsch-argentinischen Philosophen mit dem Namen Anastasios Nordenholz. Da die Beschreibung von Gesetzen über die Gesetze dieses Universums eine „Wissenschaft über Wissenschaft“ genannt werden kann, formulierte er den passenden Namen „Scientologie“ und stellte seine Einsichten 1934 als Buch mit demselben Namen zusammen. Eine spätere Revision erschien 1937.

 

Fast zwanzig Jahre später wurde derselbe Name für die Gründung einer Kirche benutzt. Aber das gehört natürlich in ein vollkommen anderes Buch !?!

 

Was hat dies alles mit „diesem Universum entkommen“ zu tun?

 

In dem Augenblick, wo das grundlegende „Meta“-Gesetz bekannt ist, können Verbindungen zwischen jedem Phänomen leichter gefunden oder vorhergesagt werden. Dieses Wissen kann rechtmäßig der „ultimative Hebelansatz“ in jedem Werkzeugkasten mentaler Techniken von Philosophie oder Wissenschaft genannt werden.

 

Lass uns die Eigenschaften der linken Spalte der obigen Tabelle ansehen:

 

·        Jedes Item beschreibt ein Phänomen, das damit zu tun hat, in welchem Grad das „Individuum“ sich vom Rest des Universums abtrennt. Bei „Nicht-konfrontieren“ ist die Abtrennung viel stärker als bei „Affinität“ oder sogar „Anhaftung“.

 

·        Nordenholz nannte diesen Teil des „Meta“-Dreiecks das „Erste Axiom von Scientologie“ oder das „Axiom von Individuation“.

 

·        Die Mittelspalte in obiger Tabelle zeigt, wie ein Wesen das „spezifiziert“, was es wahrnimmt, oder aus anderer Perspektive, seine wahrgenommene „Realität“ oder aus noch anderer Sicht sein „Wissen“.

 

·        Die rechte Spalte ist das verbindende Element zwischen „Individuation“ und „Spezifikation“ und Nordenholz nannte dies das dritte Axiom von Scientologie, das „Axiom von Vermittlung“. Hier ist es, wo die „Aktion“ ist (buchstäblich).

 

Wie oben schon erwähnt, sind die Mechaniken für eine der musterorientierten Manifestation detaillierter in einem anderen Kapitel beschrieben worden.

 

Interessanterweise erscheinen zwei der Triaden in Hubbards (angewandter) Philosophie, die er „Scientologie“ nannte – besonders das ARK- und das VWK-Dreieck (Beispiele 3 und 5). In einer seltsamen Verdrehung des Schicksals fertigte er zwei lange Listen von Behauptungen an und nannte diese „Die Axiome von Dianetik“ und „Die Axiome von Scientology“. Die Anzahl dieser einzelnen Punkte geht in die Hunderte und ist eindeutig weit entfernt vom traditionellen philosophischen oder mathematischen Kontext. Ganz besonders stellen Hubbards Axiome kein „Minimum-System“ dar, was zunächst eine Voraussetzung für den Gebrauch von „Axiomen“ ist.

 

Gotamo (der „Buddha“) benutzte die Triaden der vierten Reihe der Tabelle. Er integrierte die von ihm angewandten Triaden in ein größeres System von Triaden, das er als „Entstehen in Abhängigkeit von Zuständen“-Sequenz einerseits und andererseits auf der „Anwendungs“-Seite den „Achtfachen Weg“ entwickelte.

 

Es gibt viel mehr über diese Triaden herauszufinden: wie die Axiome zum Beispiel mit den Basiszyklen von jedem Prozess verbunden sind („Anfang“ – „Veränderung“ – „Ende“), wie sie miteinander in Verbindung stehen und welche Geometrie sich durch die Kombination von Triaden entwickeln kann (Tipp: Verbindungen miteinander haben den Axiomen ebenso zu folgen, oder das axiomatische System würde versagen.)

 

Und nicht zuletzt, und insbesondere, hm, gibt es das „Sandorische System von fraktalen Triaden“.

 

Auf jeden Fall stellt das Beobachten von Meta-Gesetzen (oder Strukturen) des Universums einen wirklich wissenschaftlichen Weg (im korrekten Sinn von „wissenschaftlich“) von Forschung und Entdeckung zur Verfügung.

 

Die Ergebnisse dieser Anwendung sind manchmal überraschend und unerwartet, aber immer enthüllend und aufklärend.

 

Viel Spaß bei deiner Entdeckungsreise!