Wahrnehmung als Entdeckung von Differentialen

 

(Den Opfern von Hiroshima und Nagasaki gewidmet)

 

 

Vor fünfunddreißig Jahren ließen die Flugzeuge des Militärs der Vereinigten Staaten die ersten „Atombomben“ auf zwei Städte des schon besiegten Japan fallen – willentlich seine Angebote, über seine Kapitulation zu verhandeln, ignorierend.

 

Während die meisten Nordamerikaner diesen einzelnen größten Akt von Zerstörung mithilfe von Supertechnologie als einen Triumph der Guten über die Bösen feiern, wird es immer noch als einer der grausamsten Akte in der Geschichte der Menschheit in die Geschichtsbücher eingehen. Die Erinnerung und das Karma dieses großen Landes der Vereinigten Staaten von Amerika wird dieses zukünftig als Schandfleck zu tragen haben.

 

Entsprechend der Sichtweise der Öffentlichkeit basierte oder ermöglichte diese „Leistung“ größtenteils Einsteins „Generelle Relativitätstheorie“, die rückblickend wahrscheinlich das größte Täuschungsmanöver auf dem Gebiet der Wissenschaft zum Ende des zwanzigsten Jahrhunderts war.

 

Während noch immer nicht klar ist, ob Albert die Ideen seiner Frau Mileva an sich gerissen hat, die in Amsterdam an einer Konferenz teilgenommen hatte, auf der das berühmte Postulat (e=m*c-Quadrat) von anderen Wissenschaftlern präsentiert wurde – genau das Konzept der Relativität von Bewegung, das als Meilenstein der modernen Wissenschaft angesehen werden kann.

 

Ironischerweise ist dieses Relativitätskonzept von Bewegung ein besonderer Fall eines umfangreicheren Konzepts, das in Japan für viele Jahrhunderte bekannt war, obwohl es nie in mathematischer Terminologie formuliert wurde. Obwohl es auch im alten Indien und China bekannt war, war dieses Konzept nie dafür gedacht, bei der Massenzerstörung von unschuldigen und wehrlosen Bürgern behilflich zu sein. Im Gegenteil, es wurde als Einsicht angesehen, die  der Selbsterkenntnis von empfindungsfähigen Wesen diente.

 

Ganz kurz:

 

Kein Phänomen oder keine Manifestation in diesem Universum kann „als solches“ wahrgenommen werden. Nur *Unterschiede* zwischen Manifestationen können das Erkennen einer „Existenz“ auslösen.

 

Mit anderen Worten: es steht nicht nur „alles“ in diesem Universum zu „allem“ in Beziehung, es kann auch „nichts“ jemals *wahrgenommen* werden, wenn es nicht in Bezug auf etwas anderes innerhalb des Zentrums des Beobachters unterschiedlich wäre.

 

Dieses zugrundeliegende Gesetz wird von allen Wissenschaften reflektiert – besonders Shannons Informations-Theoreme, die den Inhalt von Informationen mit einem Signal messen.

 

Für unsere Zwecke ist es jedoch erforderlich, eine *unmittelbare* (also nicht-vermittelte) und intuitive Einsicht in diese Relativitätswahrnehmung generell zu erreichen.

 

Bei Körperfunktionen scheint es klar zu sein: Wahrnehmungen sind an Signale gebunden, die von der Umgebung kommen. Wenn es keine Signale gibt, kann es keine Erregung von Empfangszellen geben – wie zum Beispiel die Retina des Auges – und es würde überhaupt keine Wahrnehmung von dem geben, das stattfindet.

 

Ein „Signal“ ist jedoch anders bei Zuständen oder Intensitäten von physischen Manifestationen. Die Elektronik, die heute in Computern benutzt wird, basiert auf „plus“ und „minus“ von elektrischem Strom oder Potentialen.

 

Eine leere Batterie produziert keine Kraft oder kein Signal.

 

Wieder ist es der *Unterschied* in Potentialen – in anderen Worten: ein Differential, das Dinge geschehen lässt.

 

„Semper Flux“ – „alles fließt“, es fließt darum, weil es einen Unterschied von Potentialen gibt, ob nun das beobachtbare Ergebnis das Wasser eines Flusses, das dem Ozean entgegenfließt oder die Müll-Post, die sich in der E-Mail-Box anhäuft.

 

Die große Summe von allem ist natürlich ein Null-Summen-Gleichgewicht: alles im Universum summiert sich als Null, und Null ist ein anderer Name für Unendlichkeit.

 

Aus individueller Perspektive gibt es jedoch örtliche Differentiale, abhängend vom Zentrieren des Beobachters.

 

Obwohl es daher ein kosmisches Gleichgewicht gibt, existieren immer noch individuelle Ungleichgewichte.

 

Das Erreichen von Gleichgewicht aus individueller Perspektive kann daher als anderer Gesichtspunkt bei der Befreiung eines Wesens angesehen werden.

 

„Prozessing“ kann als eine Methode angesehen werden, in einer Person existierende Ungleichgewichte aufzulösen oder auszupendeln.

 

In diesem Sinne können Japans und Chinas Kriegs-Kunst wie Ken Do oder Kungfu, um nur zwei von vielen zu nennen, als das Anstreben von Gleichgewicht angesehen werden, wobei die Person mit Körperbewegungen beginnt, anstelle von nur-mentalen Prozessen.

 

In dieselbe Richtung zeigen einige moderne Technologien, wie die Alexandermethode und die Feldenkraismethode, die das Gleichgewicht von Positur und Grundbewegungen des menschlichen Körpers selbst anstreben.

 

Auf eine bestimmte Art gibt es kein „Erschaffen“ von Gleichgewicht sondern nur das „Entschaffen“ von existierendem Ungleichgewicht. „Fall“ hat ein Wesen zuerst erschaffen. Ursprünglich nur, um ein paar interessante Erlebnisse zu haben. Weiter unten wurde das Wesen Opfer der Ungleichgewichte, die es benutzte, um zu erschaffen.

 

Eine ausgewogene Umgebung ergibt sich durch das Fehlen von Signalen.

 

Für einige bedeutet das Fehlen von Signalen „himmlischer Frieden“, für andere: „kein Spiel – kein Spaß“.

 

Was auch zutrifft, es sollte keinen Grund zum Klagen geben.

 

Ein Wesen hat die Wahlmöglichkeit ein Gleichgewicht seiner Ausstrahlungen herzustellen – eine Aktion, die alle unerwünschten Signale dieses Prozesses auslöscht.

 

Jemand, der Spiele mag, sollte bedenken, dass Erregung relativ zu Leiden ist. Weder das eine noch das andere kann ohne das andere existieren, und die potentielle Intensität von Freude steht in direkter Wechselbeziehung zur potentiellen Intensität von Schmerz.

 

Den Einsatz im Spiel zu erhöhen bedeutet dem Risiko von schmerzhaften Erfahrungen ausgesetzt zu sein. Wenn das nicht Teil des Spiels wäre, würde das Spiel selbst zunächst nicht von Interesse sein.

 

Welche Route eine Person auch immer durch diesen Wirrwarr nimmt hängt letztendlich vom Wesen ab, das die Persönlichkeit als Mittel geschaffen hat, um etwas zu erleben.

 

Wenn jemand auf den Ausgang zusteuert, kann man die Richtung zeigen, die jemand geht. Anzustreben, anderen „Rettung“ aufzuzwingen, verletzt die Nicht-Einmischungsregel von Liebe und freiem Willen. Dies ergibt nicht nur keine Ergebnisse, sondern es würde auch den eigenen Kurs bremsen.

 

Auf jeden Fall ist es äußerst wichtig, sich seiner Wahlmöglichkeiten bewusst zu sein.