Der Fall, die Zukunft zu laufen

Normalerweise nimmt eine Person die Vergangenheit als unabänderbar, aber erkennbar wahr und die Zukunft als änderbar aber nicht erkennbar.

Die unmittelbare Zukunft wird jedoch in sehr kurzer Zeit Vergangenheit sein. Und die Gegenwart war die Zukunft von gestern. Die Zukunft ändert sich ständig in Gegenwart und von dort in die Vergangenheit.

Während der Leser die Worte dieses Absatzes wahrnimmt, wird der Rest davon in der nahen Zukunft sein. Am Ende dieses Absatzes ist das Lesen des ersten Satzes schon eine Sache der Vergangenheit sein.

Es ist sehr sinnvoll, die Zukunft direkt zu laufen. Auf eine bestimmte Art macht dies tatsächlich viel mehr Sinn als die Vergangenheit und die Zukunft zu laufen.

Das gegenwärtige Laufen von Prozessen richtet sich jedoch an die Vergangenheit (mit wenigen Ausnahmen) und nur manchmal, und dann eher indirekt, an die Gegenwart.

Theoretisch sollte jeder Zustand, der gehandhabt worden ist, jegliche Wiederholung in der Zukunft verhindern. Und das Paradigma, in der Vergangenheit zu graben, um die gegenwärtigen Probleme zu lösen, schien daher ausreichend.

Es gibt jedoch einige Probleme mit diesem Paradigma, und es mag an der Zeit sein, die Grundprämissen neu zu überdenken: zunächst einmal traf ein Wesen unter bestimmten Umständen     eine Entscheidung. Das Versagen oder der Erfolg mag dann

   eine Kette von ähnlichen Geschehnissen innerhalb der darauf

   folgenden Zeit erschaffen.

Das erfolgreiche Löschen einer solchen Kette und ihr erstes Erscheinen (oft das „Basik“ auf der Kette genannt) würde bedeuten, dass es auf diesem Gebiet keine „Ladung“ mehr gibt.

Es gibt nichts, das verhindern würde, dass ein Wesen frühere Fehler wiederholt. Es sei denn, dass das tatsächliche Wählen (wie eine Entscheidung für die Zukunft oder eine fixierte Bewertung) aufgedeckt wird. Im Gegenteil: Jetzt, wo keine Ladung mehr vorhanden ist, hat das Wesen keinen erinnernden Mechanismus mehr, das ihn warnt, sobald wieder eine ähnliche Situation auftaucht.

Das Erkennen von fixierten Bewertungen und starren Entscheidungen ist jedoch klar gebunden an die Grenzen des gegenwärtigen Fall-Niveaus zum Zeitpunkt des Prozessings. Mit anderen Worten: jedes Erforschen dieser Bewertungen und Entscheidungen kann niemals vollständig sein.

·        die meisten Wesen legen (zumindest gelegentlich) Dinge

     in die Zukunft. Bei vielen ist dies jedoch ein chronisches

     Verhaltensmuster. Jeder mit einer Tendenz zum Zögern

     würde in diese Kategorie gehören.

·        von einem bestimmten Niveau aus kann man die Dimension

     von Zeit als eine Illusion sehen und Vergangenheit, Gegen-

     wart und Zukunft als gleichzeitig wahrnehmen. Die Zukunfts-

     seite der Spur auszulassen, ergibt tatsächlich nur „die Hälfte

     des Bildes“.

·        Nur die Vergangenheit zu laufen ist ein endloser Prozess, weil

     die Vergangenheit so viele Geschehnisse hat. Wenn ein

     Zustand gehandhabt ist, kann ein anderer schon da sein und

     Prozessing wird ein ständiges Behandeln von Geschehnissen

     und Zuständen.

·        Jeder Gegenwartszustand und jeder Vergangenheits-Zustand

     ist automatisch etwas „Früher-Ähnliches“ in Bezug auf einen

     Zukunfts-Zustand. Die Zukunft zu laufen schließt daher

     konventionelles Prozessing ein. Besonders schwere

     Gegenwartsprobleme, die ziemlich schwer zu laufen sind,

     können ein Geschehnis der Vergangenheit werden und

     als solche leichter zugänglich sein.

·        Die Zeitspur der meisten Menschen ist verwickelter als

     ein Haufen Spaghetti. Sie haben ein ernstes Problem,

     zwischen der Gegenwart, der Vergangenheit und der

     Zukunft zu differenzieren.

·        Von einem bestimmten Gesichtspunkt aus gesehen ist

     das augenblickliche Universum eine Wiederholung von

     früheren Spielen. Von solch einem Gesichtspunkt ist die

     „Zukunft“ in Wirklichkeit eine „Zukunft in der fernen

     Vergangenheit“, die dann vor langer Zeit eine „Vergan-

     genheit der Vergangenheit“ wurde.

·        Einige Gegenwarts-Zustände mögen so überwältigend

     oder unabänderbar erscheinen, dass das Laufen der

        Vergangenheit die Gegenwart oder sogar die unmittel-

     bare Zukunft nicht ändern kann. Diese Zustände werden

     in der Zukunft wohl nicht gelöst oder sie werden unnöti-

    gerweise wiederholt, außer es werden Zukunfts-Zustände

    direkt erreicht.

Von vielen Gründen sollten diese wenigen stark genug sein, ein Überdenken des Vergangenheits-Prozessings zu bewirken.

Vielen Menschen erscheint es zunächst „undenkbar“, ein potentiellen Zukunfts-Geschehnis zu erreichen.

In diesem Fall hilft die Betrachtung, dass es für den spirituellen Fortschritt wirklich „unbedeutend“ ist, ob etwas „tatsächlich“ geschah und ob etwas „wirklich“ in der Zukunft geschehen wird.

Wenn es im menschlichen Geist ein Bild gibt, das Material enthält, das die Person veranlasst, auf ungünstige Weise zu reagieren, dann gibt es solch ein Bild im Geist. Das ist alles.

Kurz gesagt, es ist unwichtig, ob eine Person tatsächlich „ein früheres Leben“ hatte oder nicht – solange es ein Bild im Geist der Person gibt, das die Art und Weise vorbestimmt, wie eine Person denkt, so lange gibt es genug Grund, hier etwas zu tun.

Genauso: Wenn es ein Bild eines Zukunfts-Geschehnisses im Geist einer Person gibt, scheint es ratsam zu sein, solch ein Bild jetzt anzusprechen, bevor Umstände in der Zukunft dieses auslösen können.

Es scheint, dass jeder bekannte Prozess von einem Gesichtspunkt in der Zukunft gelaufen werden kann. Ganz sicher folgendes:

·        grundlegendes Klären (siehe Flemming Funch’s ausgezeichneten Artikel über „Zukunfts-Geschehnisse“ unter http://worldtrans.org/)

·        Entfernung von Entitäten und Kreisläufen („Wer oder was würde sich anheften während (des Zukunfts-Geschehnisses)“?

·        Prozessing in Richtung von Zielen und Gegenzielen

·        („Wie würde ... dem positiven/negativen Pol der Zielkonstruktion in <einem Zukunfts-Geschehnis> helfen?“)

·        Standard Rückruf-Prozesse (mit ihren eigenen phantastischen Endphänomenen).

·               etc.

Als anderer Anreiz: Das Laufen der Zukunft hat einen viel höheren „sofortigen Befriedigungsfaktor“ als Vergangenheits-Prozessing. Bei optimaler Handhabung wird ein früheres Geschehnis – so traumatisch es auch gewesen sein mag – gegenstandslos werden und nach dem Prozessing vollkommen außer Sichtweite desjenigen sein, der diesen Prozess läuft.

Dieser Umstand war so etwas wie ein „Problem“ beim Prozessing. Der „Klient“, der von einem Problem vollkommen befreit ist, mag nicht realisieren, wieviel  besser es ihm jetzt geht und sein tägliches Leben weiter leben, ohne jegliches Zeichen von Dankbarkeit oder Anerkennung für die gegebene Hilfe.

Zukunfts-Prozessing beeinflusst, dass Dinge in unmittelbarer oder naher Zukunft kommen. Dies möge daher weiterer Anreiz beim Vorwärtskommen sein.

Auf jeden Fall erweitert das Zukunfts-Prozessing die Konzentration von Aufmerksamkeit genannt „jetzt“ – um den größeren Rahmen mit einzubeziehen.

Als Ideal kann angesehen werden, alle Vergangenheiten und alle möglichen Zukünfte im „Jetzt“ einzuschließen und zu umfassen.

Die Idee des Zukunfts-Prozessings als solcher ist nicht neu. Viele Praktizierende ziehen schon Nutzen aus dieser Methode und auf ihre Vorteile ist an anderer Stelle schon aufmerksam gemacht worden.

Gemeint ist hier der Vorschlag, die Konzentration auf das „Vergangenheits-Prozessing“ ganz zu verwerfen und am Anfang mit der Zukunft zu beginnen. Noch einmal: Vergangenheits- UND Gegenwarts-Geschehnisse sind „Früher-Ähnliches“ bei Zukunfts-geschehnissen.

Es wird gehofft, dass diese Gedanken Dir bald gestern helfen!